_Synismus®

Ton und Farbe schwingen

Sylvia Violetta Weller steht für Malerei, Musik und Kommunikation

DARMSTADT (ekz). Die Angst des Malers vor der weißen Leinwand - Sylvia Violetta Weller nimmt in ihrer Bilderwirkstatt den Menschen die Angst davor. Ihre Werke unter dem Namen Klangbilder" sind gerade in der Darmstädter Michaelskirche ausgestellt.

Die Künstlerin Sylvia Violetta Weller ist in Darmstadt aufgewachsen - in einer künstlerisch geprägten Familie. Lange Jahre lebte sie im Ausland und seit einem Jahr ist ihr Lebensmittelpunkt wieder in der Wissenschaftsstadt. Obwohl sie ihren Schwerpunkt in der Malerei hat, betritt sie musikalischen Boden  in der Zusammenarbeit mit dem Pianisten und Saxophonisten Holger Mantei. Er schuf extra für ihre Werke Kompositionen. Auf der Basis dieses Gleichklangs von Bildern und Tönen in Verbindung mit der Kommunikation von Menschen gründete Sylvia Weller ihr Projekt Synismus - Bilderwirkstatt". Und sie zeigt die Ergebnisse in einer Ausstellung. Die Klangbilder" sind noch bis November in der Michaelskirche zu sehen. Hier, dicht bei der Kirche mitten im Martinsviertel, lebt und arbeitet die Künstlerin, wenn sie ihre Impressionen verarbeitet. Die gewinnt sie mehrmals im Jahr beim Malen in der Bretagne oder im Tessin.

Ein Ton ist eine Schwingung ebenso wie das Licht. Jedem Ton kann eine bestimmte Farbe zugeordnet werden, die mit der gleichen Frequenz schwingt. So entspricht dem Kammerton A mehrfach oktaviert im Bereich des sichtbaren Lichts die Farbe Orange-Gelb. Für das Zusammenwirken mehrerer Kunstrichtungen schuf Sylvia Weller den Begriff Synismus", den sie als Wortmarke schützen ließ. Er findet Ausdruck in ihren zwölf Klangbildern zu Holger Manteis zwölf Musikkompositionen.

Die Künstlerin bietet in ihrer Bilderwirkstatt Menschen an, zusammen mit ihr eigene Werke zu schaffen - mit Musik. Sylvia Weller diskutiert die fertigen Bilder mit den Künstlern des Abends Viele erfreuen sich am Ergebnis ungeahnter Fähigkeiten. Überwindet ein Mensch die Hemmung, eine weiße Leinwand mit den Farben seiner Wahl zu gestalten und ein Bild aus seinen Gefühlen heraus zu entwickeln, entdeckt er möglicherweise mit der Lust am Malen auch andere Bereiche seines Wesens neu , so Sylvia Weller. 

So einfach, wie es sich anhört, ist es aber nicht. Die Künstlerin muss einfühlsam vorgehen, damit sich die Menschen auf ihr Angebot einlassen. Doch wer den ersten Schritt getan hat, freut sich an der eigenen Kreativität. Bis zu zwölf Gäste versammeln sich an einem solchen Abend in der Bilderwirkstatt und arbeiten mit Anleitung der Künstlerin. Meine künstlerische Kompetenz kann man buchen. Ich setze sie bereits bei der Gestaltung des Werkes im Sinne meiner Gäste ein , sagt sie.

aus Evangelische Kirchenzeitung, September 2002